Haltungstipps

Böckchen Langfell Kaninchen sind Gruppentiere

Am besten hält man sie zu zweit, zum Beispiel zwei kastrierte Böckchen oder ein kastriertes Böckchen und eine Häsin. Häsinnen zu kastrieren ist ein sehr viel aufwendigerer und riskanterer Eingriff als das Kastrieren eines Rammlers. Sowohl zwei Rammler als auch zwei Häsinnen die unkastriert bleiben werden sich mit Eintritt der Geschlechtsreife anfangen zu beissen. Es empfiehlt sich die Böcke zu kastrieren bevor das Streiten anfängt, um eine lange Zusammenführungszeit zu vermeiden.

Drinnen oder Draußen

Die Haltung von Kaninchen ist sowohl im Haus als auch im Stall draußen möglich. Allerdings brauchen die Tiere viel Bewegung, und sie dürfen daher nicht nur im Holzstall oder Käfig sitzen, sondern müssen viel Platz haben um auch mal richtig zu rennen und Bocksprünge zu machen (im Zimmer oder draußen im Freigehege). Sie müssen auch auf jeden Fall trocken und vor Zugluft geschützt stehen und vor starker Erhitzung durch Sonne oder Heizkörper bewahrt werden.

Impfungen

Bei Aussenhaltung müssen die Kaninchen 2x jährlich Myxomatose gegen und 1x jährlich gegen RHD geimpft werden.
Einen Impfplan wird Ihnen der Tierarzt sicher gern erstellen.

Seit dem Jahr 2011 gibt es einen neuen Impfstoff, bei der beide Wirkstoffe ein ganzes Jahr lang halten. Empfehlenswert ist es, diese Impfung im Frühjahr zu geben, am besten bevor es warm wird und die Fliegen und andere Überträger wieder unterwegs sind. Wir setzten diesen Impfstoff erstmalig im März 2012 ein und können den Tieren und uns daher die erneute Impfung im Herbst ersparen.

Ernährung

Frisches Wasser sollte immer ausreichend zur Verfügung stehen. Bei Trinkflaschen bitte darauf achten, dass das Kaninchen mit diesem Trinksystem bereits vertraut ist wenn Sie es übernehmen. Sonst bitte übergangsweise auch einen Napf mit Wasser hinstellen.

Die Hauptnahrung von Kaninchen ist Heu (zu ca. 80%), daher bitte jeden Tag viel frisches Heu anbieten und hier darauf achten, dass es für den Verzehr sauber bleibt.

Kaninchenfutter gibt es von sehr vielen unterschiedlichen Herstellern.
Wenn Sie sich ein Kaninchen mit nach Hause nehmen sollten Sie zunächst das Futter weiter verwenden, dass es bisher bekommen hat. Wenn Sie auf ein anderes Produkt umstellen möchten dann bitte schrittweise (also nach und nach das neue Futter zumischen) sonst kann es schnell zu Verdauungsstörungen kommen.

Frisches Obst und Gemüse wird von den Langohren gern angenommen, bitte auch hier nicht zu viel zu schnell auf einmal, sondern in kleinen Mengen ausprobieren ob es vertragen wird.

Es bietet sich an:

  • Möhren und Möhrenkraut
  • Gurke
  • Paprika
  • Salat
  • Petersilie
  • Dill
  • Fenchel
  • Apfel
  • Rote Beete (nicht erschrecken, färbt den Urin rot)
  • und natürlich Gras und Löwenzahn.

Bitte auf keinen Fall Kohlarten füttern, das führt zu schmerzhaften Blähungen.

Kaninchen brauchen die Möglichkeit, ihre ständig wachsenden Zähne abzunutzen. Hierzu dienst in erster Linie das angebotene Heu, es eignen sich aber auch Äste von Obstbäumen, Haselnuss, Buche und Linde.

Einstreu

Die früher so oft verwendete Holzspäne ist meist nicht staubfrei, so dass die Atemwege der Tiere davon belastet werden können.

Für die Innenhaltung empfehlen sich Strohpellets, die allerdings recht teuer sind. Durch das Gewicht bleiben die einzelnen Pellets jedoch vermehrt im Käfig bleiben und das Zimmer wird durch das Herumspringen der Kaninchen im Käfig nicht verschmutzt.

Für die Außenhaltung empfiehlt sich Hanf, da sich hier das Ungeziefer nicht gern einnistet, oder auch ein staubfreies Holzgranulat.

Eine Lage Stroh über die Einstreu hilft, die Oberfläche für die Tiere trocken zu halten.
Dies gilt sowohl für Pellets als auch für Hanf.

Viele Kaninchen nehmen bereit gestellte Toiletten gern an, so dass der Rest des Käfigs stets recht sauber bleibt. Das erpart später viel Zeit und Arbeit, erfordert manchmal am Anfang aber ein wenig Geduld und Training.